Lärmschutz auf der Schiene kommt voran

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Die Bemühungen von Politik und Bahnbranche, den Personen- und Güterverkehr im deutschen Schienennetz leiser zu machen, schreiten weiter voran. Ende April hat der neue Lärmschutzbeauftrage im DB-Konzern, Andreas Gehlhaar, seinen ersten Lärmschutzbericht vorgelegt. Im Vormonat verabschiedete der Bundestag ein Gesetz zum Fahrverbot für laute Güterwagen. Verkehrsverbände und Bahnindustrie begrüßten den Beschluss.

In ihrem Lärmschutzbericht zieht die DB eine Bilanz der laufenden Maßnahmen mit den Schwerpunkten Umrüstung der Güterwagenflotte, Lärmsanierung an Bahnstrecken und innovative Schallschutzverfahren.
Demnach ist bereits mehr als die Hälfte der insgesamt 64.000 Güterwagen von DB Cargo mit reibungsarmen Bremssohlen, den sogenannten Flüsterbremsen, ausgerüstet. 40 Prozent der als besonders lärmbelastet eingestuften Strecken wurden saniert. Dazu lässt die Bahn unter anderem neue Schallschutzwände errichten und Schienenstegabschirmungen einbauen. 57.000 Wohngebäude entlang der Strecken haben  schallisolierte Fenster erhalten.

Vor einem Jahr angelaufen ist eine vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) geförderte Initiative zur Erprobung neuer Technologien und Materialen für Schienenfahrzeuge und Fahrwege. Dabei können Hersteller an ausgewählten Strecken im DB-Netz ihre Innovationen unter realen Bedingungen testen. Seit Februar sind die Aktivitäten der Deutschen Bahn zur Lärmminderung im Umweltressort gebündelt, das von Andreas  Gehlhaar geleitet wird, der als Lärmschutz-Beauftragter auch die Umsetzung der Maßnahmen in den Geschäftsfeldern koordiniert.

Das am 30. März vom Parlament gebilligte Gesetz zum Verbot lauter Güterwagen ist auf Zustimmung in der Branche gestoßen. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 dürfen im deutschen Netz fahrplanmäßig verkehrende Güterwagen nicht mehr Schallemissionen verursachen, als nach der europäischen Richtlinie TSI Lärm für neu zugelassene Fahrzeuge zulässig sind. Das Eisenbahn-Bundesamt prüft die Einhaltung der Grenzwerte und kann bei Überschreiten Bußgelder verhängen. DB Cargo, die privaten Güterbahnen und Wagenhalter haben sich verpflichtet, ihre Fahrzeuge bis 2020 komplett umzurüsten beziehungsweise gegen leisere Neuwagen auszutauschen. Unternehmen aus demAusland dürfen laute Güterwagen ab 2020 nur noch in Gelegenheitsverkehren einsetzen. Die Branchenverbände VDV, VDB, VPI, NEE und Allianz pro Schiene sprachen in einer gemeinsamen Erklärung von einem Meilenstein auf dem Weg zur Halbierung des Schienenlärms bis 2020. Darin begrüßten die Verbandsvertreter die gegenüber dem  Regierungsentwurf verschärften Ausnahmeregeln als ein klares Signal an die Halter lauter Wagen. Das Gesetz muss im Mai noch den Bundesrat passieren. (Stand 05/2107)

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