Machbarkeitsuntersuchung zu Lärmschutz im Oberen Mittelrheintal

Das von der Deutschen Bahn AG beauftragte Ingenieurbüro Wölfel hat seine Machbarkeitsuntersuchung zu weiteren möglichen Lärmschutzmaßnahmen im Oberen Mittelrheintal abgeschlossen.

Das Unternehmen stellte daraufhin die Ergebnisse der Untersuchung dem „Beirat Leiseres Mittelrheintal“ vor, der im Juli in Berlin im Bundesverkehrsministerium tagte. Den Angaben zufolge untersucht die Studie neben der Wirkung bereits umgesetzter Lärmschutzmaßnahmen insbesondere weitere technische Maßnahmen zur Lärmminderung im Mittelrheintal und bewertet diese hinsichtlich ihrer Wirkung und Kosten.

„Mit der Machbarkeitsuntersuchung haben wir einen Meilenstein auf dem Weg zu mehr Lärmschutz im Mittelrheintal erreicht. Besonders wichtig hierbei war es uns, dass auch die Anwohner Vorschläge für Lärmschutzmaßnahmen einbrachten. In den nächsten Monaten wird es nun darauf ankommen, dass sich die Beteiligten auf eine Finanzierung verständigen. Im Abschluss daran folgt ein Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahmen“, sagte Ines Jahnel, Vorsitzende des Beirates und Lärmschutzbeauftragte der Deutschen Bahn laut einer DB-Pressemitteilung.

Bei den Maßnahmenvorschlägen handele es sich im Wesentlichen um den Einbau von so genannten Schienenstegdämpfern auf einer Länge von über 190 Kilometern sowie der Errichtung von Lärmschutzwänden auf über 35 Kilometern Länge. Hinzu komme die Ausfachung von Geländern auf Eisenbahnbrücken und Stützbauwerken sowie Aufsätze – so genannte Spoiler – auf bereits vorhandenen Schallschutzwänden. Bevor mit der Realisierung der Maßnahmen begonnen werden könne, müsse allerdings deren Wirtschaftlichkeit und Finanzierung geklärt werden, heißt es weiter in der Mitteilung.

Hintergrund: Der Beirat leiseres Mittelrheintal wurde im Dezember 2012 gegründet. Das Gremium unter Vorsitz der Deutschen Bahn besteht aus Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Vertretern des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, den Verkehrs- und Umweltministerien der Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie den beiden Bürgerinitiativen Pro Rheintal und der Initiative gegen Umweltschäden durch die Bahn. Der Beirat hat sich zum Ziel gesetzt, weitere ergänzende technische Maßnahmen zur Reduzierung des Schienenverkehrslärms im Mittelrheintal zu erarbeiten und den Dialog zwischen den Beteiligten zu verbessern.

Eine bundesweite Lärmschutzmaßnahme, die derzeit besonders im Fokus insbesondere der Politik steht, ist die Umrüstung der in Deutschland fahrenden Güterwagenflotten mit LL-Bremssohlen, die die Fahrgeräusche um 10 Dezibel reduzieren, was vom menschlichen Ohr als Halbierung des Lärms wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang hat DB Schenker Rail eine erste Zwischenbilanz gezogen: Demnach sind im laufenden Jahr 5.700 Güterwagen zur Umrüstung vorgesehen, bis zum Jahresende sollen insgesamt 14.000 Wagen mit dieser Flüstertechnik ausgestattet sein.

Hintergrund: In Deutschland stehen neben den 60.000 Wagen von DB Schenker Rail weitere 120.000 Güterwagen zur Umrüstung an. Die reinen Umrüstkosten betragen laut DB Schenker Rail rund 300 Millionen Euro. Finanziert wird die Umrüstung zur Hälfte durch ein Fördersystem des Bundes und zur anderen Hälfte durch lärmabhängige Trassenpreise, also durch den Eisenbahnsektor selbst.

Eine weitere Initiative, die nicht zuletzt den Dialog zwischen den unterschiedlichen Interessenvertretern beim Thema Lärmschutz fördern soll, ist die Gründung der Dialogplattform Leise Bahnen unter der Schirmherrschaft des gemeinnützigen Verbandes Allianz pro Schiene. Das Projekt, das im Juli gestartet wurde, wird vom Bundesumweltamt bis zum Jahr 2016 gefördert und soll bis dahin konkrete Lärmschutz-Lösungen im Konsens erarbeiten (siehe auch in Deine Bahn 8/2014, S. 40ff.)

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