Regionalverkehrs-Projekt: NRW macht Schienennetz fit für den RRX

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Mit einem Festakt in Köln haben Anfang März die Arbeiten zum Ausbau der Schieneninfrastruktur für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) offiziell begonnen. Gemeinsam mit DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und politischen Mandatsträgern aus Bund, Land und Kommune gab die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das Startsignal für den Baubeginn. Im Planfeststellungsabschnitt 1.1 zwischen Köln-Mülheim Güterbahnhof und Köln-Stammheim wird derAbstand der S-Bahngleise auf vier Meter vergrößert, um Platz für den Verkehr von Güterzügen zu schaffen. Damit sollen die Gleise entlastet werden, die für den Fernverkehr und schnelle Regionalzüge – wie in Zukunft auch den RRX – genutzt werden. Die Arbeiten an dem Teilstück sollen im Juli dieses Jahres abgeschlossen werden.

Das gesamte RRX-Bauvorhaben, das von der DB Netz AG geplant und ausgeführt wird, umfasst 6 Planfeststellungsbereiche mit 14 Abschnitten. Auf 2 dieser Abschnitte liegt nach DB-Angaben Baurecht vor, bei weiteren 7 läuft das Planfeststellungsverfahren. Insgesamt werden auf der Stammstrecke zwischen Köln und Dortmund Gleise auf 84 Kilometern Länge für den Betrieb des RRX aus- und umgebaut. Daneben werden mehr als 60 Verkehrsstationen, darunter 8 Bahnhöfe, entlang des Streckennetzes modernisiert, 11 Brücken neu gebaut und 26 Brücken verbreitert sowie Lärmschutzwände errichtet. Die Ertüchtigung der Infrastruktur ist die Voraussetzung für den als Ziel avisierten 15-Minuten-Takt auf der Kernverbindung Köln–Dortmund. Die Bauarbeiten werden nach Schätzung des Verkehrsministeriums bis etwa 2030 dauern. Im Bundesverkehrswegeplan ist der RRX mit der höchsten Priorität (vordringlicher Bedarf Engpassbeseitigung) eingestuft. Die Kosten werden mit 2,5 Milliarden Euro veranschlagt.

Siemens baut Instandhaltungswerk in Dortmund
Bereits im Februar hat der Hersteller Siemens in Dortmund mit dem Bau eines neuen Instandhaltungswerkes für die RRX-Fahrzeuge begonnen. Das Unternehmen fertigt die insgesamt 82 neuen Elektrotriebzüge vom Typ Desiro HC an seinen Standorten Krefeld und Wien. Nach der Aufnahme des Betriebes werden die RRX-Züge im Werk Dortmund im Rahmen eines über 32 Jahre laufenden Vertrages gereinigt, gewartet und instand gesetzt. Bis zu sechs Züge können in der Werkhalle,die durch einen Außenbereich ergänzt wird, gleichzeitig behandelt werden. In dem Werk, in das Siemens laut eigenen Angaben über 80 Millionen Euro investiert, sollen mehr als 75 Arbeitsplätze für technische Fachkräfte wie Mechaniker und Ingenieure entstehen.

Eigentümer der von Siemens gelieferten Fahrzeuge sind die bestellenden Zweckverbände, die sie an die Verkehrsbetreiber verpachten. Den Betrieb des RRX, der ab Mitte 2019 regulär beginnt, werden die Verkehrsunternehmen Abellio und National Express (NX) übernehmen, die sich in einem europaweiten Vergabeverfahren durchgesetzt hatten. Für den Vorlaufbetrieb auf fünf Regionalverbindungen werden ab 2018 die ersten RRX-Züge aufs Gleis gesetzt. Den Ende 2016 angelaufenen Übergangsbetrieb erbringt DB Regio NRW. (Stand: 04/2017)
 

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