Siemens soll Züge für den Rhein-Ruhr-Express liefern

Siemens soll den Zuschlag für die Lieferung der neuen Züge für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) in Nordrhein-Westfalen erhalten. Das haben die beteiligten Zweckverbände Anfang Februar bekannt gegeben. Der Hersteller soll – vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien der Zweckverbände – die ersten von insgesamt 82 Fahrzeugen im Jahr 2018 zur Verfügung stellen und über einen Zeitraum von 30 Jahren für Wartung und Instandsetzung sorgen. Das seit Oktober 2013 laufende, europaweite Vergabeverfahren endete im März. An der Ausschreibung haben sich insgesamt vier Unternehmen beteiligt.

Hintergrund: Das RRX-Verkehrsprojekt soll die Leistungen des Öffentlichen Personennahverkehrs auf der Strecke zwischen Dortmund und Köln verbessern und wurde im Jahr 2006 vom Bundesverkehrsministerium und dem Land Nordrhein-Westfalen initiiert (siehe Deine Bahn 9/2014). Zentrale Bestandteile des Projekts sind zum einen der Ausbau der Netzinfrastruktur, unter anderem mit dem viergleisigen Ausbau der RRX-Teilstrecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf-Reisholz und der Erweiterung des Duisburger Hauptbahnhofs auf sechs Gleise. Zum anderen sieht das Konzept nicht nur die Beschaffung qualitativ hochwertiger, sondern auch einheitlicher Fahrzeuge vor, um Züge über alle RRX-Linien hinweg einsetzen und ggfs. auf betriebliche Änderungen reagieren zu können.

Aufgrund der vorgesehenen Fahrzeugverfügbarkeit von 30 Jahren, der Menge der erforderlichen Züge und den daraus entstehenden hohen Investitionskosten haben das Land Nordrhein-Westfalen und die beteiligen Aufgabenträger die Fahrzeugbeschaffung von der Vergabe der Eisenbahnbetriebsleistungen entkoppelt. So soll auch vergleichsweise kleinen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ermöglicht werden, sich für die Betriebsvergabe zu bewerben.

Die neuen Züge für den RRX werden von Siemens anhand von Vorgaben entwickelt, die die nordrhein-westfälische Landesregierung zu Beginn der Ausschreibung festgelegt hatte: Sie sollen schneller und komfortabler sein und mehr Fahrgäste aufnehmen können als die bisher eingesetzten und auf dem Markt verfügbaren Modelle. Mit dem Einsatz der neuen RRX-Fahrzeuge, die eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde erreichen, wollen die Betreiber die Taktfrequenz auf der Strecke zwischen Dortmund und Köln auf zukünftig 15 Minuten erhöhen. Zudem sollen die Kapazitäten pro Zug auf 400 Sitze in Einfachtraktion bzw. 800 Sitze in Doppeltraktion ausgeweitet werden.

Siemens wird die Züge an die einzelnen Zweckverbände ausliefern, die sie für den Betrieb an die EVU verpachten. Die Anschaffungskosten werden von den fünf am Projekt beteiligten Zweckverbänden unter Federführung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und dem Land Nordrhein-Westfalen getragen.

Seit März 2014 läuft die Ausschreibung für den RRX-Betrieb, der weite Teile des nordrhein-westfälischen Regionalnetzes abdecken soll. Bis zur Inbetriebnahme der RRX-Fahrzeuge ab 2018 ist ein mehrjähriger,  vertragsloser Zeitraum zu überbrücken, da die Verkehrsverträge der betroffenen Linien bereits im Jahr 2016 auslaufen. Den Zuschlag für die dadurch notwendige „Interimsvergabe“ hat im April 2014 DB Regio NRW erhalten. (Stand 03/2015)

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