Umweltberater der Bundesregierung drängen auf Verkehrswende

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Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat sich in einem im November veröffentlichten Sondergutachten zum Klimaschutz für eine Verkehrsverlagerung auf Bahnen und Busse und den Ausbau der Elektromobilität ausgesprochen. Soll das im Klimaabkommen von Paris beschlossene Ziel erreicht werden, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, müssten die Emissionen im Verkehrssektor deutlich sinken, so die Experten. Sie empfehlen eine kombinierte Strategie, die auf Verkehrsvermeidung, Verlagerung und mehr Effizienz beim Energie- und Kraftstoffverbrauch abzielt. Die Verkehrswende sei eine wichtige Zukunftsaufgabe für Politik und Wirtschaft, heißt es im Gutachten.

Konkret fordern die sogenannten „Umweltweisen“ eine Verringerung des motorisierten Individualverkehrs zugunsten von Schienenverkehr, öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Rad- und Fußverkehr. Bei Fahrzeugen müsse die Energieeffizienz verbessert und die Elektrifizierung vorangetrieben werden.

Zu den Empfehlungen für die kommende Legislaturperiode gehören eine höhere Besteuerung von Dieselkraftstoff zugunsten einer Reduzierung der Abgaben für elektrischen Strom, eine Zulassungsquote für Elektroautos, höhere Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Pkw, die Dekarbonisierung der Seeschifffahrt, die Weiterentwicklung des Bundesverkehrswegeplans zu einem integrierten Mobilitätsplan sowie eine Reform des Personenbeförderungsgesetzes, die die Versorgung im ländlichen Raum sicherstellt, ohne den ÖPNV zu schwächen.

Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) begrüßte, dass sich der Sachverständigenrat klar für eine Verkehrswende positioniert und damit das Thema auf der politischen Agenda nach vorne gebracht habe. Auch die von dem Gremium angeregte Reform der Steuern und Abgaben sei richtig, da diese wesentlich die intermodalen Wettbewerbsbedingungen beeinflussen, so der NEE, der die Interessen der privaten Güterbahnen vertritt.

Laut dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung sollen die verkehrsspezifischen Emissionen bis 2030 um 40 bis 42 Prozent sinken. Während alle  anderen Sektoren im Zeitraum seit 1990 Fortschritte erzielten, ist der Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehr leicht gestiegen. Den größten Anteil daran hat der Straßenverkehr.
(Stand: 12/2017)
 
Zum Sondergutachten auf der Website des SRU
 

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